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Kirchenstiftung

Diese erfolgte ca. 1630 durch Hans Eble, Bürger von Bludenz. Der Genannte ward in Stallehr geboren und hatte sich als Einsiedler auf "Davena" niedergelassen, wo er ein gottesfürchtiges Leben führte. Etwa eine Stunde oberhalb Stallehr hatte der Eremit seine Klause, die mit einem kleinen Gütlein und einem Brunnner versehen war. Eble wird am 20. Februar 1641 als Betbruder bezeichnet, der neben seinen religiösen Verpflichtungen noch den Fußweg von Stallehr über Davena nach Bartholomäberg in Ordnung zu halten hatte. Für diese Arbeitsleistung erhielt er von der landesfürstlichen Kammer eine jährliche Entschädigung in der Höhe von 15 Gulden.
Bis zur Gründung der Kapelle von Stallehr durch Eble befand sich dortselbst lediglich ein einfacher Bildstock, der 1515 im Zinsbuch der St. Leonhard´s Einkommen urkundlich erwähnt ist. Ebele faßte schon frühzeitig den Plan ein Kirchlein zu erbauen. Aus finanziellen Gründen wurde der Bau jedoch erst im Jahre 1630 in Angriff genommen. Nachdem der Bildstock schon zu Ehren der Gottesmutter errichtet war, so wollte der fromme Mann die geplante Kirche ebenfalls zu Ehren der Trösterin der Armen errichten. Als der Genannte anläßlich einer für die Stallehrer Kirche gestarteten Bettelfahrt nach Innsbruck kam, sah er dort in der Pfarrkirche ein von Lucar Cranach gemaltes Maria Hilf Bild, das in ihm einen tiefen Eindruck hinterließ. Es gelang ihm sodann in Passau, wo seit 1622 eine vielbesuchte Maria Hilfkapelle bestand, eine Kopie jenes ebenfalls von Lucas Cranach gemalten Bildes der Gottesmutter zu erwerben. Eble starb kurz vor der Weihe seiner Kirche, die er noch gerne mitgefeiert hätte.
In seine Klause auf Davena zog als Nachfolger der Betbruder Sebastian Heuf ein. Dieser hatte über Anordnung des Rates von Bludenz am 18. April 1653 5 Gulden Einzugsgeld an die Stadt zu entrichten. Die Tilgung dieser Schuld erfolgte am bezeichneten Tage durch den Bludenzer Untervogt Herrn Ulrich Ruedolffi.
Über Weisung des Churer Bischofs Johann hatte das Kloster St. Peter bei Bludenz dem Eremit Heuf, als Trost für sein eifriges Gebet 1639, 50 Gulden zur Verbesserung seiner Klause auf Davena zu reichen. Sebastian Heuf scheint der letzte Einsiedler auf Davena gewesen zu sein, zumindest wird nach ihm keiner mehr genannt. Anläßlich der Visitation des Drusianischen Kapitels durch den bereits erwähnten Churer Bischof Johannes IV. Flugi von Aspermont, im Winter 1639/40, ersuchten ihn die Bewohner von Stallehr um die Weihe ihres neuerbauten Kirchleins. Der Bischof sagte unter der Bedingung zu, daß die Stallehrer vorerst für die erforderliche Bürgschaft zur Erhaltung und Deckung der Bedürfnisse von 15 Gulden jährlichem Zins auf sich genommen hätten. Schon am 2. Jänner 1640 wurde die geforderte Bürgschaft schriftlich vom erzfürstlichen Kommissär Eramus v. Furtenbach, welcher den Bischof auf seiner Visitationsreise begleitet hatte, bestätigt, dem Oberhirten übergeben.
Der gegenständliche Revers erwähnt einleitend, daß der fromme Johannes Eble aus großem Eifer und in der christlichen Absicht, Land aus und Land ein, milde Gaben gesammelt und in Stallehr ein Kirchlein erbaut habe. Dieses sollte nunmehr dem Gottesdienst übergeben werden. Der hoch- und ehrenwürdige Bischof forderte jedoch hiefür eine Stiftung, durch welche der Bestand der Kirche sichergestellt werde. Somit erklären sich die Bewohner von Stallehr mit Hans Bargehr, Wirt zu Brunnenfeld als einem Bürg und Tröster für sich und ihre Nachkommen folgendes:

a) Sie stiften aus ihrem eigenen Vermögen 300 fl Kapital, um aus den Zinsen von jährlich 15 fl die Kapelle in gutem Zustand zu erhalten.
b) Hans Bargehr verspricht Bürge zu sein bei Abgang und Mangel des besagten Kapitals.
c) Sie versprechen, daß durch Errichtung ihres Kirchleins weder der Stadt Bludenz in zeitlicher Hinsicht noch der Pfarrkirche zu Bludenz irgendwie ein Schaden erwachsen solle. Sie wollen bei der Stadt und der Kirche zu Bludenz bleiben, der Stadtpfarrer habe keine Verpflichtung zu dieser neuen Kirche. Wenn die Stadtgeistlichen nach Stallehr kommen, zur Zelebration der hl. Messe, sollen sie gebührend entlohnt werden.
d) Handelt von der jährlichen Rechnungslegung des Kapellpflegers vor dem Stadtpfarrer und den Vertretern des Stadtrates.
Am Tage der Überreichung dieses Reverses weihte der Bischof das Kirchlein "in dem unweit der Stadt Bludenz entfernten Ort Stallera" mitsamt einem Altar zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, der Gottesmutter Maria und allen Heiligen unter Einlegung von Reliquien der Heiligen Cyriacus und Ottilia. Gleichzeitig gewährte er die üblichen Ablässe. Als jährliches Weihfest setzte er für alle Zeiten den 1. Sonntag nach Epiphanie, das ist der 22. Jänner ein.
Die in besagtem Revers zugestandenen Stiftungen der Stallehrer Interessenten wurden bis Ende 1642 bewerkstelligt und von Notar Fraidinger am 24. Dezember 1642 in das Zacharias Pargehren Wirtshaus in Brunnenfeld in ein Urbarium übertragen. Bischof Johann VI. Flugi bestätigte diese Stiftung am 17. Juli 1646 im Kloster St. Peter und bemerkte hiebei, daß alles entsprechend der Meinung der Stiften vollzogen werde und niemand anders als die Nachbarn zu Stallehr damit umzugehen befugt seien. Diese bischöfliche Urkunde wurde am 21. Februar 1698 durch den Bischof Ulrich von Chur dort selbst neuerdings bestätigt.
Mit dieser Urkunde wurde der Wille der Stifter, daß die eingesetzten Kapitalien von Stallehr nicht entfremdet werden dürfen, andernfalls die an diese zurückzufallen hätten, durch den Bischof anerkannt. Es ist eindeutig erwiesen, daß die Kapelle später besser ausgestattet wurde. 1672 wurde ein Sakristei errichtet und 1681 ein neuer Altar aufgestellt. Ein Glöcklein wurde noch zu Eble´s Lebzeiten gestiftet.
Anläßlich der Visitation im Jahre 1682 erteilt der Bischof, die Erlaubnis, daß wöchentlich eine heilige Messe gelesen wurde, die aus den Einkünften der Kapelle zu bestreiten war.

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