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Die Landesherrschaft

Zur Zeit der Römerherrschaft gehörte das Gebiet von Stallehr und darüber hinaus des heutigen Bezirkes Bludenz, zu Raetien. Um 300 n. Chr. wurde das Gebiet in zwei Teile und zwar in das Raetia prima und Raetia secunda geteilt. Das Raetia prima umfaßte den gebirgigen Teil der Provinz mit der Hauptstadt Chur, zu dem auch das südliche Vorarlberg, der spätere Walgau mit Bludenz und den umliegenden Tälern gehörte. Dem Römerreiche folgte die Herrschaft der Ostgoten in unserem Gebiete.

Nach dem Tode Theoderichs kam u.a. auch Raetien an die Franken (537 n. Chr.) Karl der Große (768 - 814) führte in Raetia prima die Gauverfassung ein. Um 807 wurde die weltliche Herrschaft Raetiens, welche bisher die Bischöfe von Chur innehatten, dem fränkischen Grafen Hunfried übertragen, dessen Geschlecht zu Anfang des 10. Jahrhunderts im Mannesstamme erlosch. Die Gaugrafschaft ging hierauf auf die Udalrichinger über. Mit Einführung der Gauverfassung war Raetia prima in zwei Grafschaften zerfallen. Die untere "Churwalha" genannt, deren Hauptort Rankweil war und die obere mit dem Hauptorte Chur. Während zur Ersteren das ganze Einzugsgebiet der Ill, sowie die rechts und linkshainischen Gebiete unterhalb der St. Luciensteig bis zum Bodensee gehörte, wurde der Graftschaft Chur das Einzugsgebiet des Rheines zugewiesen. Aus beiden Grafschaften bildete Karl d. Große das Herzogtum Churraetien, welches 916 mit dem Herzogtum Schwaben vereinigt wurde. Nachfolger der Udalrichinger waren die Grafen von Bregenz. Rudolf der letzte Bregenzer Graf (+ 1157) hinterließ die Erbtochter Elisabeth, welche mit Hugo, Pfalzgraf von Tübingen, vermählt war. Sie brachte ihrem Gemahl die nördlich und südlich des Bodensee bis zum Arlberg sich erstreckenden Besitzungen ihrer Hauses als Mitgift mit; darunter auch den Gau Churwalha (Walgau) mit dem Reichsgut in Bludenz, das Dorf mit dem Königshof. Nach dem Tode des Pfalzgrafen (+ 1182) erhielt dessen jüngerer gleichnamiger Sohn Hugo das Erbe seiner Mutter, weshalb er auch "Graf v. Bregenz" genannt wird. Er selbst legte sich den Namen Hugo I. von Montfort, nach der Burg Alt Montafon unterhalb Fraxern bei. Er war der Ahnherr der Häuser Montfort/Werdenberg (+ 1235). Ihm folgte Hugo II. der für sich und die noch unmündigen Kinder seines 1245 verstorbenen Bruders Rudolf die Herrschaft führte. Dieser verfügte so zeitweilig über den ganzen montfortischen Besitz. Er war bis zu seinem 1260 erfolgten Tod das Haupt des Hauses.

Den Söhnen Rudolfs fiel bei der 1260 erfolgten Besitzteilung der ganze Süden des Landes zu, nämlich der Walgau, das Walser- und Klostertal, das Montafon, das heute Liechtenstein sowie das ganze linksseitige Rheintal. Eine weitere Besitzteilung erfolgte am 21. Mai 1355 bei welcher Bludenz und Montafon, der Hof St. Peter, die Feste Bürs und beide Schlössinen, genannt Montafun an Graf Albrecht I. von Werdenberg/Heiligenberg als Herrschaft abgetreten wurde. Graf Albrecht III. von Werdenberg/Heiligenberg verkaufte die Herrschaft Bludenz und Montafon am 5. April 1394 um 5000 rheinisch Goldgulden, an die österr. Herzoge Friederich IV. v. Tirol (mit der leeren Tasche) und Ernst den eisernen von Steiermark, unter der Bedingung, daß der Kauf rechtskräftig werde, wenn er ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen, sterbe und daß er bis zu seinem Tode nach eigenem Gutdünken regieren dürfe. Albrecht starb 1419 nachdem er der Stadt und Herrschaft Bludenz bedeutende Rechte und Freiheiten verliehen hatte. Nach erfolgter Übernahme der Herrschaft Bludenz und Montafon durch die Habsburger wurde diese durch österr. Vögte regiert.
Im Jahr 1806 kam das Gebiet unter bayrischer Herrschaft, welche 1814 wieder von der österr. abgelöst wurde.

Während Stallehr bis 1806 in juridischer Hinsicht (Gericht) der Stadt Bludenz unterstand, so
wurde der Ort ab diesem Zeitpunkt dem damals neu geschaffenen Landgericht Montafon zugeteilt.
Der Grund für diese Maßnahme war, daß zur Errichtung eines Landgerichts mindestens 7000 Einwohner erforderlich waren. Um die sonst nicht "erleckende" Anzahl zu erreichen, war es notwendig, daß Stallehr dem Montafon zugeteilt wurde. Dieser Schritt war umso leichter, da die Gemeinde durch verschiedene Bande (Zugehörigkeit eines Teiles der Einwohner zu den Hofjüngern) ohnehin schon Jahrhunderte hindurch mit dem Montafon verknüpft war.

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