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Seuchen

Der Aussatz (Lepra) wurde durch heimkehrende Kreuzfahrer im 11. - 13. Jahrhundert bei uns eingeschleppt und trat hier bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf.

Urkundlich läßt sich kein Fall nachweisen, daß eine oder mehrere Personen von Stallehr wegen dieser Krankheit im Sondersiechenhaus im Töbele, dem einzigen im heutigen Bezirk Bludenz befindlichen, für Aussätzige bestimmten Krankenhaus, untergebracht wurden. Daß sich auch
in St. Leonhard ein Siechenhaus befunden hat, ist nicht sicher nachweisbar.

Die Pest trat wie in den umliegenden Gemeinden wiederholt mehr oder minder stark auf.


Für Stallehr sind nachstehende Zahlen nachweisbar:

1531 28 Personen;

1560 49 Personen;

1572 12 Personen;

1591 35 Personen;

1592 9 Personen;

1612 17 Personen;


1628 wird erwähnt, dass 2 Personen an der Pest gestorben sind, was jedoch als nicht
glaubwürdig erscheint, da in jenem Jahr die Pest in unserer Gegend nicht auftrat. Es wäre
somit zu überprüfen, ob es sich hier allenfalls um Einzelfälle handelt, was jedoch kaum 
nachzuweisen ist.

Sogenannte Pest- oder Totenhäuser hatte Stallehr keine. Kranke, Aussätzige ausgenommen, wurden wenn es der Umstand erforderte, in den Toten- oder Sterbehäusern von Bludenz untergebracht. Die Aussätzigen kamen ausnahmslos in das Sondersiechenhaus im Töbele -
auch "an der Armatin" genannt.

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